Das Lernen mit den Neuen Medien im Chemieunterricht gilt immer noch als zu wenig entwickelt. Vielfach liegt das an der oftmals nicht hinreichend schulbezogenen Gestaltung entsprechender Software. Hier Abhilfe zu schaffen kann gelingen, wenn entsprechende Software gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern entwickelt wird. Neben einer Erstellung von Software scheint die Nutzung der Neuen Medien im Chemieunterricht aber auch noch andere Potenziale zu besitzen. So kann bei entsprechender Gestaltung auch ein Beitrag zur informationstechnischen Grundbildung geleistet werden, die Nutzung des Computers aus der Sicht eines Anwendungsfaches heraus ganz anders motiviert werden und eine intensivere Auseinandersetzung mit Fachinhalten (insbesondere den theoretischen Konzepten und der Modellbildung) stattfinden. Diese Potenziale sollen im hier vorliegenden Projekt aufgegriffen werden.
Im Frühjahr 2003 wurde daher am Ursulinengymnasium Werl die Chemie-Media-AG gegründet. Sechs Schülerinnen und sieben Schüler der Jahrgangsstufen 5 - 13 (acht SchülerInnen der Sek. I und fünf der Sek. II ) nahmen sich vor, multimediale Unterrichtsmaterialien, Simulationen und Lernhilfen für den naturwissenschaftlichen Unterricht zu erstellen.
Die fachliche Begleitung erfolgt durch eine Informatiklehrerin und einen Chemielehrer.
Gemeinsam betreut von einem Lehrer für Chemie und Physik und einer Informatiklehrerin arbeiten Schülerinnen und Schüler im Rahmen dieser freiwilligen Arbeitsgemeinschaft an der Erstellung von Multimediaelementen. Hierbei werden grundlegende Kompetenzen in der Erstellung solcher Elemente erlernt, zugleich aber auch auf einen konkreten Inhalt angewandt. Diese Anwendung ist das Visualisieren chemischer Abläufe bzw. die Erstellung von Lernhilfen für den Chemieunterricht (mittlerweile auch für weitere naturwissenschaftliche Fächer).
Hierbei ist natürlich eine entsprechende Betreuung und Reflexion erforderlich, was jeweils visualisiert wird bzw. werden soll. Dabei geht es sowohl um Betrachtungen zugrunde liegender fachlicher Konzepte als auch der verwendeten Modelle.
So soll neben der Schärfung der gelernten fachlichen Konzepte auch ein reflektierter Umgang mit den verwendeten Modellen bzw. dem Zusammenhang zwischen Modell, Visualisierung und Realität erzielt werden.